Gerbersauer Lesesommer: Matinee zu Hesses Todestag

Gerbersauer Lesesommer: Matinee zu Hesses Todestag

In einem Kondolenzbrief schrieb Hermann Hesse einmal: „Die Dahingegangenen bleiben mit dem Wesentlichen, womit sie auf uns gewirkt haben, mit uns lebendig, solange wir selber leben. Manchmal können wir sogar besser mit ihnen sprechen, uns mit ihnen beraten und uns Rat von ihnen holen als von Lebenden.“

 

Dieser Erkenntnis entsprechend hat Hermann Hesse zeitlebens Erinnerungen und Gedenkblätter für Menschen geschrieben, die ihm etwas bedeutet haben und deren Tod ihn berührte. Darin hielt er noch einmal eine Zwiesprache mit ihnen und reflektierte dabei auch das Thema des Todes und unseres Verhaltens dazu.

 

Bei der von der Pianistin Melania Kluge umrahmten Matinee werden Karin Huber und Markus Anders eine Erinnerung lesen, in der Hermann Hesse eine sehr frühe Erfahrung mit dem Tod eines Spielkameraden verarbeitet. Aus der Distanz von 20 Jahren durchdenkt er darin den frühen Tod des Knaben Brosi, den er damals in seinen Basler Kinderjahren (1881-1886) noch gar nicht in seiner Tragweite begreifen, sondern nur erschauernd erahnen und wieder verdrängen konnte. Nun setzt er Brosi ein Denkmal und schildert zugleich sensibel die erste Erfahrung eines Kindes mit dem Schatten des Todes über dem Leben.

Der 7. „Gerbersauer Lesesommer“, der mit dieser Lesung zu Ende geht, konnte wie schon in den Vorjahren erneut eine steigende Publikumsresonanz verzeichnen. Eine Fortsetzung im kommenden Jahr scheint damit gesichert. Allerdings wird man sich in der Stadt nach einigen geräumigeren Spielstätten umschauen müssen.