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Kalender

Woche von 16. Oktober 2017

26.03.2017 - 31.10.2017

  • Die Ausstellung zeigt Aquarelle der italienischen Künstlerin Dominique Fidanza unter ihrem Pseudonym Sighanda. Sie stehen im Dialog mit Hermann Hesses Texten und seinen Bildern aus dem Tessin, das er ab 1919 zu seiner Wahlheimat machte.

     

    Die Handlung der autobiografischen Erzählung „Klingsors letzter Sommer“, die Hermann Hesse 1919 in Montagnola schrieb, ist auf der Collina d’Oro, in Carona, in Lugano und in anderen Orten der Umgebung angesiedelt. Hier nutzt der Maler Klingsor fast gierig die Zeit des Sommers, die ihm noch verbleibt. Der Protagonist verbringt seine Tage und Nächte im Wechselspiel zwischen künstlerischer Inspiration und hedonischer Lebensfreude. Aus dieser wunderbaren Verbindung des Vergänglichen mit der Ewigkeit gehen beeindruckende Bilder und Landschaftsimpressionen hervor.

     

    Sighandas Aquarelle sind eine Art Reisetagebuch. Sie nehmen Hesses Impressionen auf und stellen eine Verbindung zwischen seinen literarischen Beschreibungen und den von der Künstlerin nochmals bereisten Schauplätzen Klingsors her.

     

    Ausstellung in Kooperation mit der Fondazione Hermann Hesse Montagnola

    Hermann Hesse-Museum Calw
    Marktplatz 30
    Calw 75365

16.04.2017 - 01.02.2018

  • Der Dichter und Schriftsteller Hermann Hesse war ein grosser Liebhaber der klassischen Musik, die er als lebensbereichernde, ja notwendige Kunst betrachtete und als geliebte Ergänzung zur Welt des Wortes. Zu seinem Freundeskreis gehörten die drei Komponisten und Dirigenten Volkmar Andreae (1879-1962), von 1906 bis 1949 Chefdirigent des Tonhalle-Orchesters in Zürich, Fritz Brun (1878-1959), von 1909 bis 1943 Chefdirigent des Berner Sinfonieorchesters, und Othmar Schoeck (1886-1957), einer der bekanntesten Liedkomponisten des 20. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die lebenslangen Freundschaften zwischen Hermann Hesse und diesen drei Musikern, die getragen wurden von persönlichen Begegnungen bei Konzerten, von gegenseitigen Besuchen, von ihrer Korrespondenz und gemeinsamen Reisen nach Italien sowie von der grossen gegenseitigen Wertschätzung, die sie – allesamt Künstler – für die Werke der jeweils anderen hegten. Die Ausstellung zeigt persönliche Dokumente dieser vier Künstler: Briefe, Fotografien, vertonte Gedichte Hermann Hesses, veröffentlichte Erinnerungen, gegenseitige Widmungen sowie Konzertplakate und Bildzeugnisse, die die Welt der klassischen Musik in Bern und Zürich der 1910er bis 1930er Jahre dokumentieren.

     

    Konzeption: Dr. Eva Zimmermann

    Museum Hermann Hesse Montagnola
    Ra Cürta 2
    Montagnola 6926

03.09.2017 - 19.11.2017

  • Hermann Hesse gehört zu den meistgelesenen deutschen Dichtern. 1946 wurde er mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Seine bildnerische Tätigkeit begann er erst mit 39 Jahren.

     

    Hermann Hesse hat ein sehr umfangreiches, aber bislang wenig bekanntes, malerisches und zeichnerisches Werk geschaffen. Das Malen war für ihn von existenzieller Bedeutung, er konnte damit seine Lebenskrise überwinden. Seine Bilder zeigen die sensible Wahrnehmung der Natur und die sinnliche Freude am Umgang mit der Farbe.

     

    Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit Günther Troll, Büro für Ausstellungen. Ermöglicht wurde sie durch Leihgaben aus Privatbesitz. Viele der ausgestellten Werke werden zum ersten Mal öffentlich gezeigt. Mit Lebenszeugnissen, Gedichten und Fotos von Hesses Sohn Martin begleitet die Ausstellung Hermann Hesses Lebensjahre.

     

    In den Jahren 1890/91 besuchte Hermann Hesse die Göppinger Lateinschule zur Vorbereitung auf das Landexamen. Dieses absolvierte er erfolgreich und erlangte damit die Chance, am evangelischen Klosterseminar Maulbronn studieren zu dürfen. Dort lernte er Otto Hartmann kennen, beide waren „Bett-, Tisch- und Pultnachbarn“. Hermann Hesse schrieb dazu rückblickend: „In Maulbronn wurde Otto mein Schulkamerad, aber noch nicht mein Freund. Das ergab sich erst bei späteren Wiederbegegnungen, aber es wurde eine feste, unsentimentale aber herzliche Freundschaft daraus.“

     

    1952, kurz vor Hartmanns 75. Geburtstag, sahen sich die beiden letztmals in Montagnola. Otto Hartmann verstarb am 28. September 1952 in Ludwigsburg. Der Dichter überlebte den Literatur-Freund um zehn Jahre. Er verstarb am 9. August 1962 in Montagnola.

     

    Die Ausstellung wird durch ein umfangreiches Begleitprogramm sowie Führungen ergänzt.

     

    Fon: 07161/650–185 (Museum)

    oder 07161/650–191 (Verwaltung der Museen)

    E-Mail: museen@goeppingen.de

    www.goeppingen.de/museen

     

    Öffnungszeiten

    Di-Sa 13–17 Uhr,

    So und Feiertag 11–17 Uhr

     

    Eintritt

    Erwachsene 2,00 EUR

    Erwachsene in Gruppen (ab 10 Teilnehmer) 1,50 EUR, ermäßigt 1,00 EUR

    Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre, Bonuscard-Inhaber frei

    Museum im Storchen
    Wühlestraße 36
    Göppingen 73033

16.09.2017 - 17.11.2017

  • Das Museum Schloss Fellenberg im saarländischen Merzig zeigt eine Ausstellung zum Thema "Zwischen Sommer und Herbst – Aquarelle aus dem Tessin". Die Ausstellung zeigt Aquarelle von Hermann Hesse und seinem Sohn Bruno Hesse. Der gesamt Ausstellungszeitraum wird durch eine interessante Reihe von Hesse-Veranstaltungen ergänzt.

    Museum Schloss Fellenberg
    Torstraße 45a
    Merzig 66663

16.10.2017

  • Im Rahmen der Sonderausstellung „Hermann Hesse und seine Freundschaft mit Otto Hartmann“ bietet das Museum im Storchen in Göppingen eine Veranstaltung mit Marvin Suckut an: Marvin Suckut zählt zu den bekanntesten und erfolgreichsten Poetry Slammern Süddeutschlands. Im Laufe der letzten Jahre konnte er über 300 Wettbewerbe für sich entscheiden. Am Montag, dem 16. Oktober ist Marvin Suckut im Göppinger Stadtmuseum im Storchen in der Hermann Hesse-Ausstellung zu Gast. Der große Hermann Hesse-Fan begleitet die Führung von Museumsleiter Dr. Karl-Heinz Rueß durch die Ausstellung und wird diese als Wortkünstler mit eigenen Beiträgen bereichern.

     

    Die Veranstaltung beginnt um 15 Uhr.

    Eintritt mit Teilnahmegebühr: 5,- Euro.

     

    Museum im Storchen
    Wühlestraße 36
    Göppingen 73033

18.10.2017

  • Die Schweizer Autorin Helen Liebendörfer liest aus Ihrem neuen Roman "Ja und Amen?", der Marie Hesse zum Thema hat.

     

    Beginn: 19:30 Uhr

    Saal der Musikschule
    Marktplatz 14
    Calw 75365
  • Calw während der Gründerzeit. Gehen Sie bei dieser Kostümführung mit einer Zeitgenossin Hesses auf einen Spaziergang durch Calw. Lauschen Sie den Geschichten, wenn die Dame des ausgehenden 19. Jahrhunderts aus dem Nähkästchen plaudert. Erfahren Sie Spannendes über Marie Hesse, deren Söhne Hans und Hermann, den angesehenen Zeitgenossen von damals, den Bautätigkeiten und vieles mehr.

     

    Beginn: 16:00 Uhr

    Kosten: 5,00/erm. 3,00 Euro

    Rathaus, Marktplatz Calw 75365

19.10.2017

20.10.2017

  • „Spiegelung der Welt im vereinzelten Ich“ Hermann Hesse. Politik und Religion

     

    Das Internationale Hermann-Hesse-Kolloquium wird seit 2013 alle 2 Jahre von einem der Hesse-Orte Calw, Montagnola und Gaienhofen ausgerichtet. 2017 findet das Kolloquium erstmals in Gaienhofen statt, hier verbrachte der Schriftsteller Hermann Hesse 8 Jahre seines Lebens. Unter dem Motto „Spiegelung der Welt im vereinzelten Ich“ konnten hochkarätige Referenten, darunter Karl-Josef Kuschel, Eugen Drewermann, Volker Michels, Michael Limberg, Sabine Gruber und Johannes Waßmer für Vorträge zum Thema „Hermann Hesse. Politik und Religion“ gewonnen werden. In einer Podiumsdiskussion wird über die Aktualität und „Sprengkraft“ von Hermann Hesses Werk diskutiert. Mit einer szenischen Lesung bereichern Graziella Rossi und Helmut Vogel das Kolloquium. Außerdem besteht die Möglichkeit, bei Führungen das Hesse Museum Gaienhofen mit der neu konzipierten Dauerausstellung „Gaienhofener Umwege. Hermann Hesse und sein 1. Haus“ und das Hermann-Hesse-Haus, die 2. Wohnstätte des Dichters in Gaienhofen, kennen zu lernen. Das 16. Internationale Hermann-Hesse-Kolloquium wird ausgerichtet von der Gemeinde Gaienhofen durch das Kultur- und Gästebüro und das Hesse Museum Gaienhofen.

     

    16:30 Uhr: Begrüßung zum internationalen Hermann-Hesse-Kolloquium

    Uwe Eisch, Bürgermeister der Gemeinde Gaienhofen und Dr. Ute Hübner, Leitung Hesse Museum Gaienhofen

     

    17:00 Uhr: „Im Dialog mit Buddha und Laotse: Hermann Hesse - Bertolt Brecht“

    Eröffnungsvortrag von Prof. Dr. Dr. Karl-Josef Kuschel:

     

    Sie könnten unterschiedlicher nicht sein, biographisch, literarisch und politisch: der „Einsiedler“ von Montagnola und große Romanautor Hermann Hesse und der Mann des revolutionären Theaters Bertolt Brecht. Doch in einem Punkt treffen sie sich: in ihrem lebendigen Interesse für die großen Überlieferungen Asiens wie sie sich u.a. in Figuren wie Buddha und Laotse spiegeln. Hesse hat mit „Siddhartha“ eine wirkmächtige „Buddha“-Dichtung geschrieben, sich aber schon hier mehr und mehr dem Taoismus Laotses geöffnet. Brecht hat zwei große Gedichte zu Buddha und Laotse hinterlassen: „Gleichnis des Buddha vom brennenden Haus“ und „Entstehung des Buches Taoteking“. Jeder der beiden Autoren hat einen je eigenen Dialog mit Buddha und Laotse geführt. Er kann noch heute in einer Zeit immer stärkerer Interdependenz von Lebensräumen Modelle von Kommunikation liefern und zu einer Auseinandersetzung mit Fragen von Interkulturalität und Interreligiosität herausfordern.

     

    20:00 Uhr: Schriften politischer Zeiten. Zur implizit politischen Dimension in Hermann Hesses Spätwerk.

    Johannes Waßmer, M. A.:

     

    Hermann Hesses Spätwerk entsteht während des Aufkommens und der zwölfjährigen Herrschaft der Nationalsozialisten. Die Morgenlandfahrtwird kurz vor der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten, Das Glasperlenspiel kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs veröffentlicht. Trotz dieses historischen Rahmens scheint die politische Dimension beider Werke für die erzählten Handlungen maßgeblich zu werden. Beide Texte kontrastieren vielmehr die Lebensrealität der Zeit, indem sie „die üble Gegenwart in eine überstandene Vergangenheit“ bannen. Dennoch findet sowohl in Das Glasperlenspiel als auch Die Morgenlandfahrt das implizit politische Schreiben des vermeintlich unpolitischen Schriftstellers Hermann Hesse Eingang. Denn Politik im Sinne der Angelegenheiten des Gemeinwohls und der Staatsführung wird in den erzählerischen Konstruktionen vergangener oder künftiger Zeiten sowie in der teils mehrfach gebrochenen Erzählstruktur thematisch.

     

     

    Information und Buchung:

    Kultur- und Gästebüro

    Tel. +49 (0)7735 9999-123

    Fax 9999-200

     

    info@gaienhofen.de

    www.gaienhofen.de

     

    Gesamtpreis: 98,00 €, Einzelpreise 13-18 €

    Öffnungszeiten:

    Mo-Fr 8-12 und 13-16 Uhr, Sa 9-13 Uhr

     

    Bürgerhaus Gaienhofen Gaienhofen 78343

21.10.2017

  • Der Monte Verità zu Gast im Museum Hermann Hesse Montagnola

     

    Sala Boccadoro, Montagnola Ein biographischer Dokumentarfilm über die utopische Ideenwelt des Harald Szeemann, der die Art, wie Kunst ausgestellt wird, revolutioniert hat. Der Film wurde auf einer Reihe von internationalen Festivals gezeigt und ist nun am 21. Oktober erneut im Tessin zu sehen, im Museum Hermann Hesse in Montagnola, im Rahmen der Zusammenarbeit mit dem Monte Verità in Ascona.

     

    Harald Szeemann (Bern 1933 – Tegna 2005) gehört zu den einflussreichsten Persönlichkeiten der zeitgenössischen Kunst. Er war Anarchist, Visionär und Träumer und gestaltete Ausstellungen, die so innovativ waren, dass sie als revolutionär gelten. Der Dokumentarfilm unternimmt eine physische und metaphorische Entdeckungsreise zu seinen Ideen, seiner persönlichen Auffassung von Kunst und folglich seinem Leben.

     

    Eine Reise zu den wichtigsten Stationen seiner beruflichen Laufbahn und seines Privatlebens, die untrennbar miteinander verbunden sind. In den Worten der Menschen, die ihm nahe standen, Familie, Freunde und enge Mitarbeiter, kommen seine private Seite, seine Lebensfreude, aber auch seine ganz besondere Arbeitsweise, seine kreativen Eingebungen, seine Obsessionen und der Nonkonformismus seiner Ideen zum Ausdruck.

     

    Bisher unveröffentlichtes Material –Interviews sowie Foto- und Videomaterial – lässt den Zuschauer entdecken, wie Szeemanns wichtigsten, inzwischen legendären Ausstellungen entstanden sind, und beleuchtet wie seine Entscheidungen, die den Verlauf der zeitgenössischen Kunst verändert haben, motiviert waren. So entsteht das Bild eines Menschen, der seinen obsessiven Drang zur Utopie zum Lebenszweck gemacht hat.

     

    Einführung in den Film: Ambra Stazzone (Konzept) und Giorgio Marino (Regie).

    In italienischer Sprache (mit englischen Untertiteln); Eintritt 15.- Fr./10.- Fr. TRAILER: www.vimeo.com/blockhousefilms/haraldszeemanntrailer

    Sala Boccadoro Montagnola
  • „Spiegelung der Welt im vereinzelten Ich“ Hermann Hesse. Politik und Religion

     

    Das Internationale Hermann-Hesse-Kolloquium wird seit 2013 alle 2 Jahre von einem der Hesse-Orte Calw, Montagnola und Gaienhofen ausgerichtet. 2017 findet das Kolloquium erstmals in Gaienhofen statt, hier verbrachte der Schriftsteller Hermann Hesse 8 Jahre seines Lebens. Unter dem Motto „Spiegelung der Welt im vereinzelten Ich“ konnten hochkarätige Referenten, darunter Karl-Josef Kuschel, Eugen Drewermann, Volker Michels, Michael Limberg, Sabine Gruber und Johannes Waßmer für Vorträge zum Thema „Hermann Hesse. Politik und Religion“ gewonnen werden. In einer Podiumsdiskussion wird über die Aktualität und „Sprengkraft“ von Hermann Hesses Werk diskutiert. Mit einer szenischen Lesung bereichern Graziella Rossi und Helmut Vogel das Kolloquium. Außerdem besteht die Möglichkeit, bei Führungen das Hesse Museum Gaienhofen mit der neu konzipierten Dauerausstellung „Gaienhofener Umwege. Hermann Hesse und sein 1. Haus“ und das Hermann-Hesse-Haus, die 2. Wohnstätte des Dichters in Gaienhofen, kennen zu lernen. Das 16. Internationale Hermann-Hesse-Kolloquium wird ausgerichtet von der Gemeinde Gaienhofen durch das Kultur- und Gästebüro und das Hesse Museum Gaienhofen.

     

    10:30 Uhr: „Verpflichtung zu übernationaler Humanität“ Hermann Hesse im Ersten Weltkrieg und in den Zwanzigerjahren. Vortrag von Michael Limberg:

     

    Wie viele seiner Kollegen glaubte auch Hermann Hesse zunächst an eine kathartische Funktion des Krieges. Seine Einstellung geriet aber bereits im Herbst 1914 ins Wanken. Der Hass auf die Gegner, der auch vor Kunst und Literatur ‚feindlicher’ Völker nicht Halt machte, war ihm unverständlich. Mit seinem Aufsatz O Freunde, nicht diese Töne, in dem er seine Kollegen zu Zurückhaltung, Mäßigung und Vernunft aufrief, erreichte er das Gegenteil: Er wurde als Drückeberger und Vaterlandsverräter beschimpft. Da Hesse wegen starker Kurzsichtigkeit nicht als Soldat eingezogen wurde, arbeitete er ab Sommer 1915 bei der Kriegsgefangenenfürsorge in Bern, seinem Wohnort seit 1912. Daneben wurde er nicht müde, in Zeitungsartikeln zur Versöhnung aufzurufen, Brücken zum Gegner zu bauen, aber seine Appelle zeigten wenig Wirkung. Auch nach Kriegsende musste er feststellen, dass Deutschland aus der verlorenen Katastrophe keine Lehren gezogen hatte, sondern mit wehenden Fahnen auf den nächsten Krieg zusteuerte.

     

    14:00 Uhr: „Durch die Niederungen des Aktuellen waten...“ Hermann Hesse im Nationalsozialismus. Vortrag von Dr. h. c. Volker Michels, Herausgeber der Hermann Hesse Werke im Suhrkamp Verlag, Berlin:

     

    Dieser Autor, der nicht bis zum Machtantritt Hitlers gewartet hat, um dem politischen Deutschland den Rücken zu kehren, sondern es bereits 2 Jahre vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs verließ, ist zurecht als der erste freiwillige Emigrant unter seinen Schriftstellerkollegen bezeichnet worden. Auf welche Weise er den zwischen Duldung und Sabotage wechselnden Vereinnahmungsversuchen der nationalsozialistischen Kulturpolitik widerstanden hat und welch lebensbedrohliche Folgen ihm und seinem Verleger Peter Suhrkamp daraus entstanden, ist eins der spannendsten, wenngleich unbekanntesten Kapitel der Zeitgeschichte. Anhand bisher noch unerschlossener Quellen schildert Volker Michels damit auch den aktuellen Hintergrund, von dem sich das Kontrastprogramm von Hesses „Glasperlenspiel“ abhebt.

     

    16:00 Uhr: „Daß wir an Deutschland [...] noch viel Freude erleben werden, ist nicht wahrscheinlich.“– Hesses Positionierung als Autor nach dem Zweiten Weltkrieg. Vortrag von Dr. Sabine Gruber, Universität Tübingen:

     

    Nach dem zweiten Weltkrieg trat Hesse zwar nicht mehr mit neuen Romanen hervor, blieb aber als Autor, Publizist und Redner öffentlich präsent. Der Vortrag untersucht die Frage, wie Hesse in der von der Auseinandersetzung mit den nationalsozialistischen Verbrechen, der Wiederbewaffnung, dem beginnenden Kalten Krieg und dem wachsenden Gegensatz zwischen den beiden deutschen Staaten geprägten Nachkriegszeit seine Rolle als Autor neu defi nierte und inwieweit er von der Schweiz aus auch an deutschen öffentlichen Debatten teilnahm. Zwar richtet sich der Fokus auf Hesses Wirken in der Nachkriegszeit, es wird aber auch ein Blick darauf geworfen, welche Aktualität sein auf Integration gerichtetes Schreiben und Auftreten in der heutigen Zeit gewinnen kann, in der vielfach ein Auseinanderdriften der Gesellschaft und politische Radikalisierung beklagt werden.

     

    17:30 Uhr: Podiumsdiskussion zur Aktualität und „Sprengkraft“ von Hesses Denken. Mit Prof. Dr. Dr. Karl-Josef Kuschel, Dr. Sabine Gruber, Dr. Ute Hübner, Johannes Waßmer M. A., Michael Limberg, Dr. h. c. Volker Michels, Moderation: Siegmund Kopitzki (Kulturjournalist)

     

    19:00 Uhr: Pause, Möglichkeit zum Abendimbiss im Restaurant „Zum Fährmann“, 50 m vom Bürgerhaus entfernt

     

    20:00 Uhr: Hermann Hesse und die Politik „Mir liegt alles Politische nicht, sonst wäre ich längst Revolutionär“. Szenische Lesung mit Graziella Rossi (Schauspielerin) und Helmut Vogel (Schauspieler), Konzeption: Volker Michels:

     

    In wenigen Gebieten war dieser sonst eher traditionsverbundene Schriftsteller so vorausblickend und innovativ wie in der Politik. Als erster freiwilliger Emigrant hat Hermann Hesse das militaristische und auf koloniale Expansion bedachte Deutschland bereits 1912 verlassen und sich zwei Jahre später gegen das Völkermorden im Ersten Weltkrieg gewandt. Doch nicht nur auf journalistische sondern vor allem auf praktische Weise reagierte er auf die zeitgeschichtlichen Herausforderungen des kriegerischen 20. Jahrhunderts. Er gründete 1915 eine Zentrale für Kriegsgefangenfürsorge und hat sich in den Jahren des Nationalsozialismus für die Opfer der verhängnisvollen Politik seiner Landsleute eingesetzt. Trotz seiner Aussage „Meine Stellung ist bis zum Fanatismus apolitisch...Es müssen doch auch Leute da sein, die unbewaffnet sind“, hat er sich mit den virulenten politischen Themen der Gegenwart und Zukunft befasst und dabei weitblickende Impulse zu ihrer Bewältigung gegeben.

     

    Information und Buchung:

    Kultur- und Gästebüro

    Tel. +49 (0)7735 9999-123

    Fax 9999-200

     

    info@gaienhofen.de

    www.gaienhofen.de

     

    Gesamtpreis: 98,00 €, Einzelpreise 13-18 €

    Öffnungszeiten:

    Mo-Fr 8-12 und 13-16 Uhr, Sa 9-13 Uhr

     

     

    Bürgerhaus Gaienhofen Gaienhofen 78343

22.10.2017

  • Am 16. September 2017 wird im Museum Schloss Fellenberg im saarländischen Merzig eine Ausstellung zum Thema "Zwischen Sommer und Herbst – Aquarelle aus dem Tessin" eröffnet mit Aquarellen von Hermann Hesse und seinem Sohn Bruno Hesse. In den darauffolgenden Tagen und Wochen schließt sich eine interessante Reihe von Hesse-Veranstaltungen daran an.

     

    Hesses-Traum - Hermann Hesse in allen Facetten, Lesung mit musikalischer Umrahmung

     

    Piano: Klauspeter Bungert, Violincello: Angela Simons, Texte: Claudia Dylla

    Anmeldung zu dem Konzert wird empfohlen, es steht nur ein begrenztes Platzkontingent zur Verfügung.

     

    Tel. 0 68 61 – 79 30 30, per E-Mail: empfang@museum-schloss-fellenberg.de

    Eintritt: 15,00 € Vorverkauf, 18,00 € Abendkasse (Im Eintritt enthalten ist der Besuch der Ausstellung und das Konzert.)

    Museum Schloss Fellenberg
    Torstraße 45a
    Merzig 66663
  • Hermann Hesse ist einer der meistgelesenen Autoren der deutschen Sprache. In seiner Heimatstadt erinnern viele Gebäude an den Nobelpreisträger und seine Erzählungen. „Calw ist die schönste Stadt von allen“, bekannte er einmal. Die Führung zeigt Stätten seines Lebens und Orte, die er in seinen Erzählungen so unnachahmlich beschrieben hat.

     

    Die Teilnehmerkarte der öffentlichen Führung berechtigt zum kostenlosen Besuch im Hermann Hesse Museum.

     

    Beginn: 14:30 Uhr

    Kosten: 6,00/erm. 5,00 Euro, Führung und Museum

    Rathaus, Marktplatz Calw 75365
  • „Spiegelung der Welt im vereinzelten Ich“ Hermann Hesse. Politik und Religion

     

    Das Internationale Hermann-Hesse-Kolloquium wird seit 2013 alle 2 Jahre von einem der Hesse-Orte Calw, Montagnola und Gaienhofen ausgerichtet. 2017 findet das Kolloquium erstmals in Gaienhofen statt, hier verbrachte der Schriftsteller Hermann Hesse 8 Jahre seines Lebens. Unter dem Motto „Spiegelung der Welt im vereinzelten Ich“ konnten hochkarätige Referenten, darunter Karl-Josef Kuschel, Eugen Drewermann, Volker Michels, Michael Limberg, Sabine Gruber und Johannes Waßmer für Vorträge zum Thema „Hermann Hesse. Politik und Religion“ gewonnen werden. In einer Podiumsdiskussion wird über die Aktualität und „Sprengkraft“ von Hermann Hesses Werk diskutiert. Mit einer szenischen Lesung bereichern Graziella Rossi und Helmut Vogel das Kolloquium. Außerdem besteht die Möglichkeit, bei Führungen das Hesse Museum Gaienhofen mit der neu konzipierten Dauerausstellung „Gaienhofener Umwege. Hermann Hesse und sein 1. Haus“ und das Hermann-Hesse-Haus, die 2. Wohnstätte des Dichters in Gaienhofen, kennen zu lernen. Das 16. Internationale Hermann-Hesse-Kolloquium wird ausgerichtet von der Gemeinde Gaienhofen durch das Kultur- und Gästebüro und das Hesse Museum Gaienhofen.

     

    11:00 Uhr: Hermann Hesse: Die Orientreise – Der lange Weg zu sich selbst. Vortrag von Dr. Eugen Drewermann, Theologe, Seelsorger und Humanist:

     

    Nach dem Studium der Philosophie, Theologie und Psychologie ist Eugen Drewer mann 1966 zum Priester geweiht worden. Aufgrund seiner Initiativen zu Reformen in der kath. Kirche wurde ihm 1991 die Lehr- und Predigterlaubnis entzogen und 1992 wurde er vom Priesteramt suspendiert. Seitdem arbeitet Drewermann als freier Schriftsteller und hat seit 1977 mehr als 70 Bücher veröffentlicht. Diese handeln u.a. von Moraltheologie und Bibelexegese, tiefenpsychologischen Märcheninterpretationen, Krieg und Umweltkrisen und seit Neuerem auch von Naturwissenschaften. Er erhielt einen Lehrauftrag für Kulturanthropologie an der Hochschule Paderborn. Eugen Drewermann ist auch bekannt durch Vorträge über Hermann Hesse. „Pädagogisch, psychologisch, politisch, moralisch, religiös – in fünf Bereichen mindestens hat Hermann Hesse, der Bücher nur schrieb, um lebendig zu sein und Bücher nur rezensierte, wie man Kranken Medikamente empfiehlt, in den Auseinandersetzungen seines Lebens etwas Exemplarisches durchlitten und erstritten, das unwiderleglich und kostbar ist: das Recht und die Rechtfertigung, ein Individuum zu sein.“ Eugen Drewermann

     

    Im Anschluss an das Hermann-Hesse-Kolloquium besteht die Möglichkeit, die beiden Häuser Hermann Hesses in Gaienhofen näher kennen zu lernen.

     

    Information und Buchung:

    Kultur- und Gästebüro

    Tel. +49 (0)7735 9999-123

    Fax 9999-200

     

    info@gaienhofen.de

    www.gaienhofen.de

     

    Gesamtpreis: 98,00 €, Einzelpreise 13-18 €

    Öffnungszeiten:

    Mo-Fr 8-12 und 13-16 Uhr, Sa 9-13 Uhr

     

    Bürgerhaus Gaienhofen Gaienhofen 78343