Gerbersauer Lesesommer: Musikalisch umrahmte Lesung aus Josef Knechts Calwer Lebenslauf

Gerbersauer Lesesommer: Musikalisch umrahmte Lesung aus Josef Knechts Calwer Lebenslauf

Die Lesung am 31. Juli in der Calwer Turmuhrenwerkstatt Perrot, bei der Hermann Hesse 1894/95 ein Mechanikerpraktikum absolvierte, ist ausgebucht. Noch Plätze frei sind dagegen in der Calwer Stadtkirche, wo an Hermann Hesses 63. Todestag am Sonntag, den 9. August, um 19.30 Uhr die Abschlussveranstaltung des diesjährigen "Gerbersauer Lesesommers" stattfinden wird. Vorher gibt es am Sonntag, den 2. August, um 11.15 Uhr ab Nikolausbrücke noch einen Literarischen Spaziergang durch die Calwer Altstadt auf Spuren von Hermann Hesses Roman "Unterm Rad".

Zum Abschluss des diesjährigen „Gerbersauer Lesesommer“ wird am  9. August von Rudolf Guckelsberger und Markus Anders aus der um 1720 spielenden Erzählung „Der vierte Lebenslauf des Josef Knecht“ gelesen. Stadtkantor Martin W. Hagener umrahmt die Lesung zusammen mit Agnes Haffner (Flöte) und Sabine Rikker (Gesang) mit passender Musik der Zeit.

Hermann Hesse hat im Vorfeld seines großen Werkes „Das Glasperlenspiel“ verschiedene Lebensläufe entworfen, die das Aufwachsen des späteren Glasperlenspielmeisters Josef Knecht schildern. Den umfassendsten dieser Lebensläufe lässt er dabei zu Beginn des 18. Jahrhunderts in einem schwäbischen Städtchen spielen, als dessen Vorbild seine Heimatstadt Calw unschwer zu erkennen ist.

Diesen Lebenslauf hat Hermann Hesse in zwei Fassungen geschrieben. Die erste Fassung, die er noch in der dritten Person verfasste, wurde im letzten Jahr gelesen. Diesmal steht nun die überarbeitete Fassung auf dem Programm, in der er Josef Knecht selbst erzählen lässt.

Mit viel Lokalkolorit schildert dieser seine Kindheit, das im Tal liegende und von Wäldern umgebene Städtchen, den Beruf des Vaters, der Brunnenmacher ist, das geistige und musikalische Leben im Elternhaus und der Stadt sowie die Schulausbildung, die ihn zum Pfarramt führen soll, während sein eigener Traum die Musik ist.

Die Musik jener Zeit, sowohl die geistliche als auch die volksliedhafte, werden dabei von Martin W. Hagner (Orgel) sowie Agnes Haffner (Flöte) und Sabine Rikker (Gesang) in schönen Beispielen zu Gehör gebracht.

Kulturbüro Herbert Schnierle-Lutz

Abbildung: Calw im 17. Jahrhundert, Merian-Radierung