Das Hesse-Portal wünscht erholsame Feiertage und ein friedliches neues Jahr

Das Hesse-Portal wünscht erholsame Feiertage und ein friedliches neues Jahr

Seit 2002 ist das Hermann-Hesse-Portal zu einer vielgenutzten Institution geworden für alle Hesse-Interessierten, die sich für Neuigkeiten rund um sein Leben und Werk interessieren. Auch 2016 werden wir wieder präsent sein und wünschen bis dahin schöne erholsame Feiertage und einen guten Rutsch in ein friedliches neues Jahr.

Es kündigen sich für 2016 bereits neue interessante Veranstaltungen an: So wird z.B. das Museo Hermann Hesse Montagnola eine Ausstellung zeigen zur Rezeption Hermann Hesses in den USA zur Hippie-Zeit; das Calwer Hesse-Museum wird die in Gaienhofen konzipierte Ausstellung „Vom Wert des Alters“ neu aufbereiten; ebenfalls in Calw wird es im Juli zum 14. Mal den „Gerbersauer Lesesommer“ geben, bei dem aus Hermann Hesses Calwer Erzählungen und Erinnerungen gelesen wird; und im September finden wie seit vielen Jahren in Gaienhofen die „Hesse-Tage“ statt. – Die genauen Termine all dieser Veranstaltungen und vieler mehr werden wieder rechtzeitig im Hesse-Portal bekannt gegeben.

Das vergangene Jahr war kein ruhiges. Krieg und religiöser Fanatismus flammte wieder auf. Deshalb soll das Jahr hier im Portal mit zwei Zitaten Hermann Hesses beschlossen werden, die zeigen, wie sinnvoll es ist, zu diesen Themen immer wieder mal in dem nachzulesen, was er dazu geschrieben hat und immer noch aktuell ist:

1914 bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs schrieb Hermann Hesse in seinem öffentlichen Aufruf „O Freunde, nicht diese Töne“:

„Krieg war immer, seit wir von Menschengeschicken wissen, und es waren keine Gründe für den Glauben da, er sei nun abgeschafft. Es war lediglich die Gewohnheit langen Friedens, die uns das vortäuschte ... Krieg wird noch lange sein, er wird vielleicht immer sein. Dennoch ist die Überwindung des Krieges nach wie vor unser edelstes Ziel und die letzte Konsequenz abendländisch-christlicher Gesittung. Der Forscher, der das Mittel gegen eine Seuche sucht, wird seine Arbeit nicht wegwerfen, wenn eine neue Epidemie ihn überrascht. Noch viel weniger wird ‚Friede auf Erden’ und Freundschaft unter den Menschen jemals aufhören, unser höchstes Ideal zu sein.“

Über religiös bedingte Konflikte schrieb Hermann Hesse 1943 und 1950 in Briefen:

„Eine Religion ist ungefähr so gut wie die andere. Es gibt keine, in der man nicht ein Weiser werden könnte, und keine, die man nicht auch als dümmsten Götzendienst betreiben könnte.“

„Die Weisheit aller Völker ist eine und dieselbe, es gibt nicht zwei oder mehr, es gibt nur eine. Das einzige, was ich etwa gegen Religionen einzuwenden habe, ist ihre Neigung zur Unduldsamkeit: Weder Christ noch Mohammedaner wird gerne zugeben, dass sein Glaube gut und heilig zwar, nicht aber privilegiert und patentiert sei, sondern ein Bruder all der anderen Glaubensarten, in denen die Wahrheit sich sichtbar zu machen versucht.“