Das Hesse-Museum in Montagnola stellt sein Jahresprogramm 2018 vor

Blickvon oben auf die Casa Camuzzi in Montagnola Foto Herbert Schnierle-Lutz

Die Fondazione Hermann Hesse hat in einer Pressemitteilung das Jahresprogramm 2018 des Museo Hermann Hesse Montagnola veröffentlicht:

Pressemitteilung

Museo Hermann Hesse Montagnola

Programm 2018

 

Im vergangenen Jahr sind die Besucherzahlen des Museo Hermann Hesse erfreulicherweise leicht angestiegen; es kamen rund 11.000 Gäste nach Montagnola.

Das Programm 2018 befasst sich mit dem spannenden Schwerpunkt «Hermann Hesse und Japan» und bietet darüber hinaus noch weitere interessante Veranstaltungen zu anderen Themen.

 

Sonderausstellungen 2018

Unter dem Titel "Wir stellen aus – Schüler als Protagonisten" präsentieren zwei Grundschulklassen der Collina d’Oro ab dem 9. Februar eigene, von Hermann Hesse inspirierte Haikus (eine traditionelle japanische Gedichtform) über Bäume.

Die Ausstellung wird unter der Anleitung von Lucilla Janssen und den Lehrerinnen Alice Messineo und Martina Müller von den Schülern selbst gestaltet, nachdem sie Gelegenheit hatten, sich mit Fachleuten zu beraten.

 

Am Ostersamstag, den 31. März wird die von Dr. Eva Zimmermann konzipierte Hauptausstellung "Von Unterm Rad bis Zen – Hermann Hesse und Japan" eröffnet. In Hesses jahrzehntelanger Auseinandersetzung mit fernöstlichen Kulturen stand Japan lange Zeit im Schatten von Indien und China, auch wenn sich wie ein dünner Faden immer wieder Japanisches durch sein Leben und Werk zieht. Erst als er im Alter den japanischen Zen-Buddhismus näher kennen lernt, vertieft er sich in dessen geistige Welt, die seine Bewunderung erweckt und ihn auch persönlich beeinflusst. In Japan wiederum erscheinen im frühen 20. Jahrhundert die ersten Übersetzungen seiner Werke, deren Auflage im Laufe der Jahrzehnte auf Millionenhöhe steigt. Japan wird neben den USA das fremdsprachige Land, in dem die Bücher Hesses bis heute die mit Abstand höchsten Verkaufszahlen erzielen. Es sind die Schilderungen der Nöte Jugendlicher, Naturbetrachtungen und Ansichten über das Alter, die bei japanischen Lesern besonderen Anklang finden. Im Unterricht der japanischen Mittelschulen werden immer neue Generationen mit Hermann Hesse bekannt, sodass auch in jüngeren Medien, wie dem Manga, sein Einfluss zu finden ist.

Unschätzbare Hilfe bei der Erforschung der japanischen Sekundärliteratur, bei Übersetzungen und vielen anderen Herausforderungen leistete die Japanologin Dr. Ulrike Schlack. Sie arbeitet nicht nur als Übersetzerin und Dolmetscherin, sondern führt auch erfolgreich Workshops für Firmen durch, die Beziehungen zu Japan haben. Ihr Vortrag am 2. Juni mit Anekdoten aus ihrem Berufs- und Alltagsleben in Japan gibt einen unterhaltsamen Einblick in das fernöstliche Land.

 

Weitere Veranstaltungen

Am Sonntag, den 1. April begleitet Tomoko Bücher-Otaki auf dem Koto, einem japanischen Saiteninstrument, die Osterlesung »Der Sinn und Wert alles Seins« mit Antonio Ballerio und Ernst Süss. Gelesen werden Auszüge aus dem Band Mit der Reife wird man immer jünger, welcher 1995 ins Japanische übersetzt wurde und sich seitdem zu einem der meist gelesenen Bücher in Japan entwickelt hat.

 

Anlässlich des Internationalen Museumstags am 13. Mai sollte man sich einen musikalischen Genuss nicht entgehen lassen: Um 11.00 Uhr interpretiert das Trio Torello (Valentina Londino, Mezzosopran; Tommaso Maria Maggiolini, Querflöte; Nicolas Mottini, Klavier) Lieder nach Texten von Hesse. Der Eintritt zur Veranstaltung und ins Museum ist frei.

 

Ein weiterer musikalischer Höhepunkt stellt das Konzert vom Marco Santilli-Quartett „CheRoba“ am 28. Juli um 18.30 Uhr in Bigogno dar, welches in Zusammenarbeit mit Ceresio Estate organisiert wird.

 

Die Lesung "Knulp" zu Hesses Todestag am 12. August in der Kirche S. Abbondio mit Rudolf Cornelius und Antonio Ballerio wird von der jungen Musikerin Maria Luisa Montano auf der Blockflöte begleitet.

 

Darüber hinaus stehen viele weitere sehenswerte Veranstaltungen auf dem Programm: die zweisprachigen Sonntagslesungen, der Aquarellkurs sowie die beliebte Reihe Aperitif mit einem Schriftsteller, die von der Übersetzerin, Dozentin und Schriftstellerin Anna Ruchat vorbereitet und moderiert wird. Am 3. März ist Antonio Moresco zu Gast, und am 17. März kommt Chandra Livia Candiani nach Montagnola, um ihre Gedichte vorzustellen. Zwei weitere Begegnungen werden im November stattfinden.

 

Ausserdem findet die Partnerschaft zwischen der Gemeinde Collina d’Oro und der Stadt Calw ihre Fortsetzung. Die Stadt Calw präsentiert sich am 27. Oktober mit einer musikalisch umrahmten Lesung zum Thema «Herbst» in Montagnola, während im September die Gemeinde Collina d’Oro in Calw den Film «Mit Klingsor unterwegs» von Werner Weick zeigt.

 

Ebenfalls im Herbst beginnt eine neue Veranstaltungsreihe, die sich mit Hermann Hesses Ehefrauen befasst. Den Anfang macht Eva Eberwein aus Gaienhofen am 6. Oktober mit einem Vortrag über Mia Bernoulli, Hesses erste Ehefrau, begleitet von Caroline Doerge auf dem Klavier.

 

Den Mitgliedern des Förderkreises sowie allen Partnern und Sponsoren ist es zu verdanken, dass dieses Programm realisiert werden kann. Die Fondazione Hermann Hesse Montagnola dankt der Gemeinde Collina d’Oro, dem Kanton Tessin (SWISSLOS), der Udo Lindenberg-Stiftung, der Fondazione Ing. Pasquale Lucchini, der Fondazione Araldi Guinetti, der Hermann Hesse-Stiftung Bern, der Geschwister Kahl Stiftung, der Bank Julius Bär, dem Ente Turistico del Luganese, der Internationalen Hermann Hesse Gesellschaft, sowie Privatpersonen, welche nicht namentlich genannt werden möchten, für ihre grosszügige Unterstützung. Ganz besonders sei Mario Botta und den 13 Mitgliedern des Gönnerkreises „Die Glasperlenspieler“ gedankt, die durch ihr Engagement das Betriebskostendefizit des Museums auch in diesem Jahr weitgehend decken werden.

 

Regina Bucher

Direktorin

 

Weitere Informationen: www.hessemontagnola.ch

 

(HSL)