Lesung der Erzählung "Die Marmorsäge" hoch über dem Teinachtal auf Burg Zavelstein

Blick aus dem Teinachtal auf Burg Zavelstein um 1900

Am Freitag, den 26. Juli, um 19.30 Uhr ist der „Gerbersauer Lesesommer“ 6 km entfernt von Calw im Innenhof der Burg Zavelstein zu Gast. Bei Regen stünde die nahe Georgskirche als Ausweichort zur Verfügung. Martina Volkmann und Florian Ahlborn lesen dabei „Die Marmorsäge“, eine der berühmtesten Liebesgeschichten Hermann Hesses. Die musikalische Umrahmung gestaltet das „Hesse-Streichquartett“ mit Manfred und Susanne Holder, Beate Holder-Kirst und Wolfgang Brodbeck.

Das Städtchen Zavelstein mit seiner pittoresken Burgruine war für die Familie Hesse ein regelmäßiges Wanderziel. Der Weg von Calw führte dabei über den Stadtgarten, den Gimpelstein, das Schafott, das Wölflesbrünnele, das Rötelbachtal und schließlich das Zavelstein Brückle.

Nach einer Einkehr in Zavelstein ging es oft nach Bad Teinach hinunter und das Teinachtal entlang zur Bahnstation im Nagoldtal. Dabei kam man auch an der Marmorsägerei vorbei, die es noch heute gibt. Hermann Hesse erinnert sich, dass er dort gerne Marmorstückchen mitgenommen hat und eines davon noch viel Jahre später als Briefbeschwerer auf dem Schreibtisch liegen hatte.

An diesem Ort im tiefen Teinachtal siedelte er 1903 auch eine seiner berührendsten Liebesgeschichten an, die nach Erscheinen viel gelesen wurde. Darin kommt ein Student aus Tübingen in seine waldige Heimat zurück, um hier die Ferien zu verbringen, und dabei entdeckt er beim Herumstreifen auch die Marmorsäge, wo er sich alsbald in die schöne Tochter des Sägmüllers verliebt. Doch sie ist von einem dunklen Geheimnis umgeben, das in der Folge zu dramatischen Ereignissen führt ...