Schöne Festtage und ein gutes, friedliches Jahr 2020

Hesse-Aquarell "Winter"

Das Hesse-Portal dankt allen, die es in diesem Jahr genutzt haben, und wünscht schöne Feiertage und einen guten Übergang in ein hoffentlich erfreuliches und friedliches Jahr 2020, in dem wir uns wieder bemühen werden, die wichtigsten Informationen zu Veranstaltungen, Veröffentlichungen und Neuigkeiten rund um das Leben und Werk Hermann Hesses zur Verfügung zu stellen.

 

Vor wenigen Tagen ist im Suhrkamp Verlag der Briefwechsel Hermann Hesses mit seinen Söhnen Bruno und Heiner unter der Überschrift "Mit dem Vertrauen, daß wir einander nicht verloren gehen können" erschienen (wir berichteten).

Darin findet sich auch folgender Weihnachtsbrief, den Hermann Hesse 1928 von Zürich aus an seinen zum Malstudium in Paris weilenden Sohn Bruno schrieb:

 

Lieber Bruno

Danke für deinen lieben Brief, und danke auch herzlich für deine beiden Weihnachtsgaben. Namentlich die Pariser Radierung gefällt mir gut, sie ist luftig und hat etwas Malerisches und ist doch frisch und kräftig wie eine Handschrift hingeschrieben. Auch Ninon hat Freude daran.

Heiner freut sich auch, daß du ihm wieder schriebst. Er war vor dem Fest noch schnell bei mir. Für die 2 Feiertage (mehr hat er nicht) wollte er in die Zürcher Berge gehen, ich weiß noch nicht, ob es geglückt ist, das Wetter war hübsch, aber mild und föhnig (...).

Aus Thun hat auch Martin geschrieben. Er hat, wie es scheint, jetzt Freude und Eifer für seinen Beruf, er tritt sehr für die moderne Architektur ein und schreibt "wir", wenn von modernen Architekten in seinen Briefen die Rede ist. Das ist ein gutes Zeichen. Neujahr wird er mit Mutti in Kirchdorf feiern. Wo ich an Silvester sein werde, weiß ich noch nicht (...).

Lieber Bruno, ich wünsche dir Gutes und denke von Herzen an Dich.

Dein Vater

 

Anmerkungen:

Hermann Hesses ältester Sohn Bruno (1905-1999), der nach der Trennung der Eltern 1919 zeitweise bei dem Schweizer Maler Cuno Amiet in Oschwand bei Bern aufwuchs, erlernte bei diesem die Malerei, in der er sich dann zunächst an der École des Beaux Arts in Genf und von 1927 bis 1929 an der Académie Julien in Paris fortbildete.

Der mittlere Sohn Heiner (1909-2003) besuchte nach der Matura 1927 die Kunstgewerbeschule und absolvierte dann eine dreijährige Lehre als Dekorateur und Ausstellungsgestalter im Zürcher Kaufhaus Jelmoli.

Der jüngste Sohn Martin (1911-1968) begann nach seiner Schulzeit 1928 im Büro des bekannten Architekten Johannes Itten in Thun eine dreijährige Lehre.

(HSL)