Internationaler Hermann-Hesse-Preis 2020 für Chimamanda Ngozi Adichie und Judith Schwaab

Internationaler Hermann-Hesse-Preis 2020 für Chimamanda Ngozi Adichie  und Judith Schwaab

Die in Nigeria geborene Schriftstellerin Chimamanda Ngozi Adichie und ihre Übersetzerin Judith Schwaab erhalten den Internationalen Hermann-Hesse-Preis 2020. Dies gab der Vorstand der Calwer Hermann-Hesse-Stiftung bekannt. Der Preis ist mit 20.000.- Euro dotiert und zählt zu den renommiertesten deutschen Literaturpreisen. Gewürdigt wird „eine schriftstellerische Leistung von internationalem Rang in Verbindung mit ihrer Übersetzung“ – so heißt es im Statut. Mit dem Preis, der alle zwei Jahre von der Calwer Hermann-Hesse-Stiftung mit Unterstützung des Landes Baden-Württemberg verliehen wird, soll einem literarischen Werk Anerkennung und Aufmerksamkeit verliehen werden, das dieses nach Auffassung der Jury verdient, aber noch nicht in entsprechender Weise erfahren hat.

 

‚Blauer Hibiskus’ ist der erste Roman von Chimamanda Ngozi Adichie und wurde 2003 im englischen Original veröffentlicht. Adichie, 1977 in Enugu (Nigeria) geboren, ging im Alter von neunzehn Jahren zum Studium in die USA; mittlerweile lebt und arbeitet sie sowohl in Nigeria als auch in den USA. Sie schreibt in englischer Sprache.

 

In der Jurybegründung heißt es wörtlich: „Adichie zeichnet die Porträts der Personen so fein, dass man sich in jede einzelne, auch die Nebenfiguren, hineinversetzen kann und mit ihnen fühlt. Auch die Kultur Nigerias, die Natur, die verschiedenen Sprachen, die Speisen und Umgangsformen sind so lebendig geschildert, dass man sich förmlich dorthin versetzt fühlt.

 

Selten haben wir einen so spannenden und ausgereiften Roman gelesen, in dem alles stimmte, vom hohen sprachlichen Niveau über die stringenten Handlungsstränge, die fesselnde Spannung von der ersten bis zur letzten Seite bis hin zur psychologischen Entwicklung der Figuren. Wir halten mit „Blauer Hibiskus“ ein Stück Literatur in der Hand, das berührt und zugleich Bewunderung für die Autorin weckt.“ Und weiter: „Mit ihrer Übertragung ist es Judith Schwaab gelungen, die Wirkungsäquivalenz des Originals und damit den „Geist“ des Romans zu bewahren. Auch hat sie Adichies Werk sprachlich sensibel und respektvoll der Kultur der Autorin gegenüber übersetzt, was uns sehr wichtig ist. Daher hat auch sie diesen Preis unbedingt verdient.“

 

Jury-Mitglieder waren: Katharina Borchardt, Susanne Goumegou, Mirjam Nuenning, Stefanie Schäfer und Stefan Weidner.

 

Text: Calwer Hermann-Hesse-Stiftung

Foto Chimamanda Ngozi Adichie: Dawani Olatunde / Wani Olatunde Photography 

Foto Judith Schwaab: Judith Schwaab privat