Premiere des Films "Hermann Hesse: Brennender Sommer" in Zürich

Plakat des Films "Hermann Hesse: Brennender Sommer"

Am 26. September wird beim Zürich Film Festival im Filmpodium in Zürich um 19 Uhr ein neuer Film über Hermann Hesse mit dem Titel "Brennender Sommer", den der Regisseur Heinz Bütler gedreht hat, seine Premiere haben. Weitere Vorführungen sind im Zürcher Kino Korso am 2. Oktober um 19 Uhr und am 3. Oktober um 21 Uhr. Den Film wird es auch auf DVD geben.

Über den Film heißt es in der Pressemitteilung:

"Alles muss anders werden, dachte Hermann Hesse. Im Frühling 1919 packte er seine Koffer und fuhr ins Tessin. Der Horror des Ersten Weltkriegs hatte ihn aus der Bahn geworfen, sein Privatleben lag in Trümmern. Von Klima und Licht des Südens versprach sich der Dichter neue Lebens- und Schaffenskraft jenseits bürgerlicher Konventionen, was ihm auch auf Anhieb gelang. Denn mit der Erzählung "Klingsors letzter Sommer" schrieb sich Hesse einen Sommer lang in einen für ihn beispiellosen Rausch hinein. Am Abgrund aber warten Untergang und Tod. – Klingsor ist Maler und Hesses Alter Ego: "Ich war ja nicht Hesse, ich war Klingsor."

Hesses Klingsor-Erzählung ist das Leitmotiv des 84 Minuten langen Essayfilms "Hermann Hesse: Brennender Sommer". Der Schauspieler Peter Simonischek leuchtet in seiner Lesart den hochexpressiven Text Hesses in allen erdenklichen Farben aus und öffnet so die Tür zu Orten, Atmosphären, Themen, Personen und letztlich zu Hesse und Klingsor selbst.

Hermann Hesses Text fordert auch die Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff, den Hesse-Bioografen Michael Limberg, Hesses Enkel Silver Hesse und den Schriftsteller Alain Claude Sulzer heraus. In einer leidenschaftlich geführten Debatte kreisen sie die komplexe Persönlichkeit Hesses und seines Protagonisten ein – zusammen mit den Musikern Daniel Behle (Tenor) und Oliver Schnyder (Klavier), die mit ihrer Interpretation von zwei der Vier letzten Lieder von Richard Strauss nach Gedichten Hesses das Klingsor/Hesse-Thema auch um die Dimension des Politischen erweitern: Hesses Vorbehalt gegen Richard Strauss zur Zeit des Nationalsozialismus, der zu Texten des Dichters, der ihm aus dem Weg ging, ein Meisterwerk schrieb.– Getrennt die beiden im Leben, vereint in der Kunst.

Der Maler und Zeichner Heinz Egger vergegenwärtigt Klingsors malerische Obsession mit den Mitteln seiner eigenen Kunst. Höhepunkt dabei: Ein Selbstbildnis am Ende eines Lebens als Orkan."

 

(Quelle: Silver Hesse; HSL)