Ausstellung über "Rilke, Hesse, Dürrenmatt – und der Wein" in Montagnola

Hermann Hesse 1910 in einem Münchner Atelier

Im Hesse-Museum in Montagnola wird die für 4. April geplante Osterlesung auf Pfingstsonntag, den 23. Mai, verschoben. Dagegen soll die Ausstellung “Rilke, Hesse, Dürrenmatt –und der Wein“ wie geplant am 28. März eröffnet werden und bis 30. November 2021 zu sehen sein. Das Museum schreibt dazu:

"Rainer Maria Rilke(1875 –1926),Hermann Hesse (1877 –1962) und Friedrich Dürrenmatt (1921 –1990) in einer Ausstellung, das ist auf den ersten Blick ein ungewöhnliches Projekt. Bei allen offensichtlichen Unterschieden gibt es Gemeinsamkeiten. Alle drei deutschsprachigen Künstler wählten als Wohnort einen für sie fremdsprachigen Kanton, in dem der Weinanbau eine wichtige Rolle spielt: das Wallis, das Tessin und den Kanton Neuenburg.

Die Präsentation dieser drei Künstler in ihren Gemeinsamkeiten und Differenzen vermittelt einen inspirierenden Gesamteindruck, der beispielhaft die Vielseitigkeit des literarischen Erbes in der Schweiz vor Augen führt. Der Wein verbindet Rilke, Hesse und Dürrenmatt. Er ist charakteristisch für die Landschaft, in der sie leben, und er ist Teil ihres Lebensstils, auch wenn bewusste Abstinenz gewählt wird. Vor allem aber ist er ein wichtiges Element im jeweiligen Werk, in dem er als Katalysator oder Metapher dazu beiträgt, Thematik und Aussage zu veranschaulichen. Anhand von Zitaten aus Briefen und literarischen Arbeiten, Fotos, Zeichnungen und Gegenständen aus dem persönlichen Besitz wird die Bedeutung des Weins im biografischen und künstlerischen Zusammenhang präsentiert.

Der Wein ist nur ein Aspekt unter vielen, die Rilke, Hesse und Dürrenmatt ausmachen, doch liegt in ihm bekanntermaßen Wahrheit. Auch wenn die Ausstellung sich auf dieses Thema beschränkt, gelingt es, einen charakteristischen und lebendigen Eindruck von der Persönlichkeit der Dichter, Schriftsteller und Maler und ihrem Werk zu vermitteln.

Kuratorinnen: Eva Zimmermann und Regina Bucher. Eine Zusammenarbeit der Fondazione Hermann Hesse Montagnola, des Centre Dürrenmatt Neuchâtel und der Fondation Rilke (Sierre); mit Leihgaben des Schweizerischen Literaturarchivs in Bern, der Fondazione Ursula & Gunter Böhmer Collina d’Oro sowie von Barbara Hugi-Schertenleib und Karin Widmer.

Eine Vernissage ist wegen der geltenden Bestimmungen nicht vorgesehen. Man sollte sich jedoch den 10. Juli 2021 vormerken. An diesem Tag findet eine Präsentation der Ausstellung und ein Podiumsgespräch mit Prof. Peter Nobel, Madeleine Betschart und Regina Bucher statt. Die Ausstellung wird anschließend von März 2023 bis November 2023 im »Musée du Vin et de la Vigne« in Sierre zu sehen sein und wandert danach in den Kanton Neuchâtel (Ort und Daten noch nicht bestimmt).

'Geh in der Verwandlung aus und ein.Was ist deine leidendste Erfahrung? Ist dir Trinken bitter, werde Wein.' (Rainer Maria Rilke, Sonette an Orpheus)

'Diese Musik ist von ebenderselben Art wie der Wein, den wir trinken: gut, unschuldig, ländlich, zuverlässig, ohne heftige Reize und ohne Tücken.' (Hermann Hesse, Tessiner Sommerabend)

'Der Wein hatte ihn schwer und friedlich gemacht, er genoss es, in der verständnisvollen Gesellschaft wahr, sich selber zu sein, kein Geheimnis mehr zu haben [...] gewürdigt zu sein, verehrt, geliebt, verstanden.' (Friedrich Dürrenmatt, Die Panne)