Calw

Das Geburtshaus von Hermann Hesse

Hermann Hesse kommt am 2. Juli 1877 in der Schwarzwaldstadt Calw auf die Welt. Der genaue Geburtsort ist das Haus Marktplatz 6, wo die Eltern Marie (geb. Gundert) und Johannes Hesse seit 1874 wohnen. Der kleine Hermann ist erst vier Jahre alt, als sein Vater, ein baltendeutscher Missionar, als Mitherausgeber des Missionsmagazins nach Basel berufen wird. 1886 kommt die Familie nach Calw zurück, wo der Neunjährige in das Calwer Reallyzeum, die Lateinschule, eintritt. Zuerst wohnt die Familie im Haus des Verlagsvereins, später in der Ledergasse. Die Welt, in die Hermann Hesse hinein wächst, atmet Enge und Weite zugleich. 1890 wird er zur Vorbereitung für das Landexamen auf das Gymnasium Göppingen gebracht. In diesen vier Jahren ist, trotz einer unglücklichen Schulzeit, das Städtchen Calw, das Hesse zur „schönsten Stadt zwischen Bremen und Neapel, zwischen Wien und Singapore“ verklärt, Inbegriff der Heimat geworden. Die Calwer Kindheit und Jugend kehren in vielen seiner Dichtungen und prosaischen Arbeiten wieder. Im Jahr 1906 kommt die Erzählung Unterm Rad heraus, die weitgehend in Calw geschrieben wurde und auch dort spielt. Auch Hermann Lauscher (1900) und Knulp (1915) spielen an den Ufern der Nagold. „Wenn ich als Dichter vom Wald oder vom Fluss, vom Wiesental, vom Kastanienschatten oder Tannenduft spreche, so ist es der Wald um Calw, ist es die Calwer Nagold, sind es die Tannenwälder oder die Kastanien von Calw, die gemeint sind, und auch Marktplatz, Brücke und Kapelle, Bischofstraße und Ledergasse, Brühl und Hirsauer Wiesenweg..“, schreibt Hermann Hesse über seine schwäbische Heimatstadt,  für die er in seinen Erzählungen den Decknamen Gerbersau verwendet.

 

Virtueller Streifzug durch Hermann Hesses Geburtsstadt