Géza Horváth

Dr. Géza Horváth

Foto: Laich

Dr. Géza Horváth ist in der Zeit von Mai bis August 2004 Gast und Stipendiat der Calwer Hermann-Hesse-Stiftung, getragen von SüdwestRundfunk und Sparkasse Pforzheim Calw. Vertreter der Stiftung und der Stadt hießen den Gast aus Ungarn im Casino der Sparkasse willkommen.

 

Sparkassendirektor Hans Neuweiler wünschte Dr. Horváth schöne Tage in Calw und „viele gute Ideen“. Bis Mitte August wird der Hesse-Stipendiat die „Dichterklause“ im Calwer Ledereck bewohnen. Stiftungs-Vorsitzender Dr. Eugen Schmid hob hervor, dass sich der mehrfach ausgezeichnete Literarische Übersetzer „mit einem Teil der Elite der deutschen Literatur befasst“ habe. Als Übersetzer und Herausgeber wirkt Horváth an Hesses Gesamtwerk im ungarischer Sprache in 25 Bänden mit, von den 15 bereits erschienen sind, die Hälfte in der Übersetzung des Hesse-Stipendiaten.

 

Der Vorsitzende der Stiftungskommission, Egbert-Hans Müller, freute sich über den Gast aus Budapest wenige Wochen nach dem EU-Beitritt Ungarns. Es sei eines der Länder mit „kleiner Sprache“, aber hochinteressanter moderner Literatur, die ohne Übersetzer unbemerkt „im Topf kochen“ würde. Müller wünschte Dr. Horváth, der Mitglied in der internationalen Hesse-Gesellschaft ist, „dass Ihre Augen später beim Stichwort Calw auch so leuchten wie die Ihrer Vorgänger!“

 

Horváth selbst – „in meinem Studium habe ich nicht von Hesse gehört“ - freut sich auf „drei Monate in vollkommener Muse und Ruhe“. In einem humorvollen und glänzend formulierten Text stellte das Mitglied der Ungarischen Goethe-Gesellschaft sich und seine Arbeit kurz vor. Nachdem er dem erfreuten Gremium die Gründung der Ungarischen Hesse-Stiftung in Szeged verkündet hatte, überreichte Dr. Horváth eine Reihe seiner Werke einschließlich der ersten Bände der ungarischen Hesse-Gesamtausgabe als Geschenk ans Pfeifer-Archiv des Hauses. Abschließend trug der ehemalige Stipendiat am Deutschen Literaturarchiv in Marbach aus „Kindheit eines Zauberes“ vor, Hesses Erinnerungen an den Großvater Hermann Gundert. Speziell die ungarische Übertragung lieferte ein eindrucksvolles Beispiel der samtweichen Melodik dieser Sprache.

 

Dr. Andreas Narr, Leiter des SWR-Studios Tübingen, attestierte dem Gast ein glänzendes Deutsch: „Ich kenne wenige, die solche Sätze in meiner Muttersprache bilden können.“ Narr lud den gefragten Vortragsredner zum Studio-Besuch nach Tübingen ein, wo man Calw, wenn auch heute in einem anderen Regierungsbezirk gelegen, „immer noch sehr verpflichtet sei.“

 

Dr. Schmid, Alt-OB der Neckar-Stadt, konnte daraufhin die Bemerkung nicht verkneifen: „Nehmen Sie diese Grenze nicht wichtig, Sie ist mehr als willkürlich!“