Cuno Amiet

© Silver Hesse

Das eindrucksvolle Porträt Hesses, das Cuno Amiet im Jahre 1919 mit wenigen, expressiven Pinselstrichen auf Karton malte, ist mit Emil Sinclair betitelt. Unter diesem Pseudonym veröffentlichte der Dichter ab 1917 seine journalistischen Mahnrufe gegen den Ersten Weltkrieg. Im gleichen Jahr erschien unter diesem Decknamen die Erzählung Demian. Cuno Amiet, 1868 in Solothurn geboren und 1961 in Oschwand gestorben, gehört zu den wichtigsten Wegbereitern der Moderne in der Schweiz. Der anfangs unter dem Einfluss des Jugendstils stehende Künstler war in den Jahren 1906 und 1907 Mitglied der deutschen Expressionisten-Gruppe "Die Brücke". Amiet, der vorwiegend in starken, hellen Farben arbeitete, schuf zahlreiche Landschaften und Bildnisse. Als enger Freund Hesses nahm er im April 1920 dessen Sohn Bruno bei sich auf und gab dem angehenden Maler den ersten Unterricht. Amiets Porträt ist im Original - als Dauerleihgabe des Hesse-Sohnes Heiner - im Hermann-Hesse-Museum in Calw zu sehen.