Karl Otto Johannes Hesse

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Hermann Hesse's father, Karl Otto Johannes Hesse (1847-1916), was the fifth child from the first marriage of the Baltic grandfather, Carl Hermann Hesse, to Jenny, née Laß. After attending the "Ritter- und Dornschule" in Reval, Johannes Hesse trained to be a missionary in Basel and went to India in 1869. However, the tropical climate did not agree with him, and as early as 1873 he had to return to Germany due to chronic illness. In the same year, the Basel Mission sent him to assist Hermann Gundert in Calw, where he took on the job of editing the "Verlagsverein" missionary papers. In 1874, he married Gundert's daughter Marie, a widow previously married to Charles Isenberg and a woman who had also spent time in India. The marriage to Johannes Hesse produced four children, Hermann having been the second. Following Gundert's death, Johannes Hesse became the third director of the Calwer Verlagsverein.

 

Unser Vater ... hat bis zu seinem Tode von den Mundarten, die um ihn herum und auch von seiner Frau und seinen Kindern gesprochen wurden, nichts angenommen, sondern sprach in unser Schwäbisch und Schweizerdeutsch hinein sein reines, gepflegtes, schönes Hochdeutsch. Dieses Hochdeutsch, obwohl es für manche Einheimische unser Haus an Vertraulichkeit und Behagen einbüßen ließ, liebten wir sehr und waren stolz darauf, wir liebten es ebenso wie die schlanke, gebrechlich zarte Gestalt, die hohe edle Stirn und den reinen, oft leidenden, aber stets offenen, wahrhaftigen und zu gutem Benehmen und Ritterlichkeit verpflichtenden, an das Bessere im andern appellierenden Blick des Vaters. Er war,.. . ein Fremdling, ein edler und seltener Schmetterling oder Vogel aus anderen Zonen zu uns verflogen, durch seine Zartheit und sein Leiden und nicht minder durch ein verschwiegenes Heimweh ausgezeichnet und isoliert.

 

From Der Bettler, 1948 Copyright Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main