Maik Hamburger

Maik Hamburger

Foto: Andreas Laich

Shakespeare-Kenner neuer Hesse-Stipendiat

Dramaturg, Übersetzer und Regisseur Maik Hamburger in Calw begrüßt

 

Der 1931 in Schanghai geborene Dramaturg, Übersetzer und Regisseur Maik Hamburger ist neuer Stipendiat der Calwer Hermann-Hesse-Stiftung. Im Calwer Casino der Sparkasse, die zusammen mit dem SüdwestRundfunk Träger der Stiftung ist, wurde der humorvolle Stipendiat willkommen geheißen. Am Sonntag, 18. März, liest der renommierte Shakespeare-Kenner um 11.15 Uhr auf Einladung von Stadt und VHS im Calwer Hermann-Hesse-Museum.

 

Kindheit und Jugend verbrachte Hamburger, der jetzt drei Monate die „Dichterklause“ im Calwer Ledereck bewohnt, in der Emigration in der Schweiz und England. Studiert hat er Philosophie in Aberdeen und nach der Rückkehr – oder „Einkehr“ – nach Deutschland Physik in Leipzig. Von 1956-66 war er als freischaffender Übersetzer und Journalist in Ost-Berlin tätig, danach fast 30 Jahre am Deutschen Theater Berlin.

 

Nach der offiziellen Begrüßung durch Dr. Andreas Narr, Vorsitzender der Calwer Hermann-Hesse-Stiftung, stellte Egbert-Hans Müller wie gewohnt kenntnisreich den bereits 32-sten Stipendiaten vor. Der Vorsitzende der Findungskommission der Hesse-Stiftung stellte Bezüge zwischen William Shakespeare und Hermann Hesse her. In seinem 1929 verfassten Essay „Eine Bibliothek der Weltlitertur“ empfahl er die Aufnahme der „Werke Shakespeares, nicht in Auswahl, sondern vollständig.“

 

Maik Hamburger übersetzt vorrangig Theaterstücke, darunter 15 Dramen von Shakespeare (z.B. Hamlet, Macbeth, Romeo und Julia, Maß für Maß, Ein Sommernachtstraum, Der Kaufmann von Venedig, Pericles) und viele von Sean O’Casey, auch Arthur Miller, Tennessee Williams, Donald Freed, Barrie Stavis.

 

Hamburger ist Herausgeber und Übersetzer (gemeinsam mit der ehemaligen Hesse-Stipendiatin Christa Schuenke) einer Lyrikauswahl von John Donne unter dem Titel Zwar ist auch Dichtung Sünde (1982/85) und Herausgeber des Buchs von Adolf Dresen Wieviel Freiheit braucht die Kunst? (2000). Für Wilhelm Hortmanns Publikation Shakespeare und das deutsche Theater im XX. Jahrhundert, das 1998 auf englisch und 2000 auf deutsch erschien, schrieb er das Kapitel über die DDR. Eine englischsprachige Theatergeschichte Deutschlands, die er zusammen mit Simon Williams herausgibt, soll noch in diesem Jahr bei Cambridge erscheinen.

 

Maik Hamburger hat an der Theaterhochschule Leipzig, an der Schauspielschule „Ernst Busch“ und an der Universität der Künste in Berlin unterrichtet. Er ist zu Vortragsreisen nach England, in die USA und Kanada eingeladen worden.

 

Der neue Hesse-Stipendiat ist Mitglied des P.E.N. Zentrums Deutschland und wurde nach der Wende mehrmals zum Vizepräsidenten der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft gewählt.

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