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Hakan Günday und Sabine Adatepe

Hakan Günday und Sabine Adatepe
Selen Ozer Gunday / studioline

Der türkische Schriftsteller Hakan Günday und seine Übersetzerin Sabine Adatepe erhalten den „Internationalen Hermann-Hesse-Preis“ 2022. Dies gab der Vorstand der Calwer Hermann-Hesse-Stiftung bekannt. Der Preis ist mit 20.000.- Euro dotiert und zählt zu den renommiertesten deutschen Literaturpreisen. Gewürdigt wird „eine schriftstellerische Leistung von internationalem Rang in Verbindung mit ihrer Übersetzung“ – so heißt es im Statut. Mit dem Preis, der alle zwei Jahre von der Calwer Hermann-Hesse-Stiftung verliehen wird, soll einem literarischen Werk Anerkennung und Aufmerksamkeit verliehen werden, das dieses nach Auffassung der Jury verdient, aber noch nicht in entsprechender Weise erfahren hat. Der Preis wird am 2. Juli 2022, Hermann Hesses Geburtstag, in Calw verliehen.

Hakan Günday sucht in seinem literarischen Schaffen nach der Antwort individueller Potenzialentfaltung im Angesicht kollektiver, gesellschaftlicher Repression. Wie kann ein*e Außenseiter*in Traumata, das eng geschnürte Korsett der Herkunft, der sozialen Schicht, in die er/sie hineingeboren wurde, aufbrechen und sich als Individuum in einer schonungslosen Gesellschaft behaupten? Dabei ist er eindringlich und provokant in seiner Sprache und zeichnet mit seinen Worten Bilder, vor denen man die Augen nicht verschließen kann. Er fordert seine Leser*innen dazu auf, genau hinzusehen, gesellschaftliche Missstände zu hinterfragen und an scheinbar festgeschriebenen Normen zu zweifeln.

Sabine Adatepe gelingt es in ihrer Übersetzung von Gündays Werk mit genau dieser Eindringlichkeit der deutschsprachigen Leserschaft die Möglichkeit zu geben, über die eigene Erfahrungszone hinaus, auch sich selbst diese Fragen zu stellen und unter keinen Umständen das Buch aus der Hand zu legen, so sehr die Realität auch zu verstören und zu schmerzen vermag.

Jury-Mitglieder waren Dilek Mayatürk-Yücel, Gerhard Meier, J.F.A Oliver, Mahperi Toprakyaran und Selma Wels

Calw, im Mai 2022

Begründung der Jury für den Internationalen Hermann-Hesse-Preis 2022 an Hakan Günday und Sabine Adatepe

Hakan Günday sucht in seinem literarischen Schaffen nach der Antwort individueller Potenzialentfaltung im Angesicht kollektiver, gesellschaftlicher Repression. Wie kann ein*e Außenseiter*in Traumata, das eng geschnürte Korsett der Herkunft, der sozialen Schicht, in die er/sie hineingeboren wurde, aufbrechen und sich als Individuum in einer schonungslosen Gesellschaft behaupten? Dabei ist er eindringlich und provokant in seiner Sprache und zeichnet mit seinen Worten Bilder, vor denen man die Augen nicht verschließen kann. Er fordert seine Leser*innen dazu auf, genau hinzusehen, gesellschaftliche Missstände zu hinterfragen und an scheinbar festgeschriebenen Normen zu zweifeln.

Sabine Adatepe gelingt es in ihrer Übersetzung von Gündays Werk mit genau dieser Eindringlichkeit der deutschsprachigen Leserschaft die Möglichkeit zu geben, über die eigene Erfahrungszone hinaus, auch sich selbst diese Fragen zu stellen und unter keinen Umständen das Buch aus der Hand zu legen, so sehr die Realität auch zu verstören und zu schmerzen vermag.

Zitat der Woche

„Es gilt inmitten der übergewaltigen Maschinerie … die Einkehr zu ermöglichen. Hilfreiche Mächte dabei sind die Natur, die Musik, vor allem aber die eigene Schöpferkraft.“

Aus einem Brief Hermann Hesses 1958