Dr. Solomon Apt

Prof. Drs. Bernhard Zeller übergibt die Preisurkunde

Jury-Begründung für den Preis 1992

 

Vor der Revolution hat es eine recht lebendige Hesse-Rezeption in Russland gegeben, die jedoch nach 1924 für 37 Jahre unterbrochen wurde. Erst 1961 konnte Unterm Rad und 1969 Das Glasperlenspiel (Auflagenhöhe: 75 000) in russischer Übersetzung verlegt werden. Weitere acht Jahre vergingen ohne eine Hesse-Übersetzung, bis im Jubiläumsjahr 1977 Der Steppenwolf in der schon Jahre zuvor angefertigten Übersetzung von Solomon Apt zunächst in der Zeitschrift Innostrannaja Literatura (Ausländische Literatur) erscheinen durfte, die noch im gleichen Jahr zusammen mit Knulp und Der Kurgast in einem Sammelband Izbrannoe als Buch verlegt wurde. Dank Solomon Apts energischem und unermüdlichem Einsatz für Hermann Hesse, dessen Seelenbiographien wie auch der Prozess der Individuation auf der geistigen Grundlage sich im Sozialistischen Realismus nicht politisch einsetzen ließen, wurden die Rezeptionsintervalle in der Primärrezeption nun kürzer. 1984 erschien Das Glasperlenspiel in der neuen Übersetzung von Solomon Apt in dem Sammelband Die Morgenlandfahrt (Auflagenhöhe: 100 000). Zwei Jahre später wurde seine Übersetzung von Klingsor (Kinderseele, Klein und Wagner, Klingsors letzter Sommer) in einer Auflage von 50 000 Exemplaren publiziert, ein Jahr später erschienen Hesses Rundbriefe und etliche Essays, wieder weitgehend von Solomon Apt übersetzt. Unbestritten ist die künstlerische Qualität der Übersetzungen von Solomon Apt, der neben Hermann Hesse auch die großen Romane von Thomas Mann, Robert Musil, Max Frisch etc. übertragen hat. Er bleibt so weit als möglich dem Original nah und verwandelt es dennoch in seiner jeweiligen Eigenart der russischen Sprache an.

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