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Das Unerträgliche muß zu Wort kommen

Meldung vom 04.11.2021

HHP

Auf über 500 Seiten werden 439 zum Teil noch unveröffentlichte Briefe zugänglich. Wie bei allen vorherigen Bänden sind viele Briefe in Fußnoten sowie einem 55-seitigen Anhang zusätzlich erläutert, und zudem enthält der Band wieder ein vorzügliches Nachwort des Herausgebers.

Im Informationstext zum Band wird der dokumentierte Zeitraum wie folgt umrissen: "Nie zuvor stand Hermann Hesse so sehr im Rampenlicht wie in den Nachkriegsjahren, als dem "Exponenten eines besseren Deutschland" nach dem Nobelpreis (1946) auch hier die ersten Ehrungen zuteilwurden. Aber auch nie zuvor hat sich Hesse entschiedener dem Zugriff der Öffentlichkeit entzogen; der über ihn hereinbrechenden Flut von Leserzuschriften entzog er sich indes nicht. Dass seine Bücher erst ab 1950 in dem auf sein Betreiben gegründeten Verlag von Peter Suhrkamp wieder lieferbar wurden, erschwerte die Lage. Durch Tausende von Briefen war Hesse über das Schicksal der deutschen Bevölkerung und die oft fragwürdigen Umerziehungsmethoden der Siegermächte bestens orientiert. So illustrieren seine Antwortschreiben zugleich die zunehmende in die Gründung zweier Nachkriegsstaaten mündende Polarisierung Deutschlands. Sie zeigen seine Skepsis gegenüber der Vergangenheitsbewältigung im Westen ebenso wie seine Enttäuschung über den obrigkeitshörigen Satellitenstaat im Osten. Was bei Hesses Antworten, über ihre zeitgeschichtlichen Einblicke hinaus, vor allem bewegt, ist seine Empathie für die Benachteiligten."

Hermann Hesse: "Das Unerträgliche muß zu Wort kommen" Die Briefe, Band 7: 1947 - 1950 Herausgegeben von Volker Michels Suhrkamp Verlag, Berlin 2021 615 Seiten, Hardcover, Leinen mit Schutzumschlag, 58.-- Euro ISBN 978-3-518-43001-9

Zitat der Woche

„Niemand träumt, was ihn nicht angeht.“

Aus Hermann Hesses Roman „Demian“, 1917