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Frühlingsgedanken

Meldung vom 10.03.2021

HHP

Es geht auf den Frühling zu, der sich schon seit vielen Tagen mit schönem Wetter ankündigt. Die Natur entfaltet wieder zielstrebig ihr uraltes Spiel der Erneuerung. Die Menschenwelt vermag aber diesem Naturrhythmus nicht zu folgen, sondern ist in Ungewissheiten und eigene Probleme verstrickt. – Eine Diskrepanz, die nicht gänzlich neu ist: Hermann Hesse hat Ähnliches bereits im März 1938 in einem Brief an den befreundeten Zeichner und Schriftsteller Alfred Kubin beschrieben:

"Wir haben einen so frühen und schönen Frühling, daß es schade um ihn ist, er kommt gleich andern Künstlern vor der Weltgeschichte nicht zu Wort. Sie ist ja immer eine etwas laute, aufdringliche und sich sehr wichtig nehmende Person."

Zitiert aus der Textsammlung: Hermann Hesse: Frühling. Insel Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-458-35817-6

Zitat der Woche

„Es gilt inmitten der übergewaltigen Maschinerie … die Einkehr zu ermöglichen. Hilfreiche Mächte dabei sind die Natur, die Musik, vor allem aber die eigene Schöpferkraft.“

Aus einem Brief Hermann Hesses 1958