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Vortrag über Hermann Hesses Verhältnis zu Eduard Mörike

17.04.2024 / 19.00 Uhr, Alte Seminarturnhalle Nagold

Am Mittwoch, den 17. April 2024, gibt es um 19 Uhr in Nagold in der Alten Seminarturnhalle, Lange Straße 5, einen Vortrag über Hermann Hesses Verhältnis zu Eduard Mörike. Es referiert der Calwer Hesse-Forscher Herbert Schnierle-Lutz. Veranstalter ist der Nagolder Förderverein „Zeller-Mörike-Garten“.

Der 30 km von Hesses Geburtsort Calw im oberen Nagoldtal beheimatete Verein bewahrt das Andenken an den Nagolder Apotheker, Naturforscher und Pietisten Gottlieb Heinrich Zeller (1794-1864), der mit dem Dichter Eduard Mörike (1804-1875) bekannt war und diesen 1862 während einer Badekur in Nagold mehrfach in seinem Stadthaus und in seinem Garten bewirtete. Das Gartenhaus und der umgebende Garten wurden in den letzten zwanzig Jahren vom Förderverein renoviert und als Kulturdenkmal der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Gottlieb Heinrich Zeller stand auch in Kontakt zu Hermann Hesses Großvater Hermann Gundert (1814-1893): Zeller war Mitglied der beratenden Comitee des „Calwer Verlagsvereins“, für den Gundert ab 1860 arbeitete und den er ab 1862 leitete. Und auf diesem Weg erhielt Gundert auch Bericht vom Nagolder Aufenthalt Mörikes, der ihm als Dichter aber auch schon vorher bekannt war. Auf diese Weise fand später Gunderts Enkel Hermann Hesse in der großväterlichen Bibliothek die Werke Mörikes vor, die, wie Hesse einmal schreibt, früh Teil seiner prägenden dichterischen Erlebnisse wurden.

Als Hermann Hesse dann selbst Schriftsteller war, hat er immer wieder Werke Mörikes besprochen und 1911 sogar einen kleinen Band mit 46 Gedichten Mörikes und einem Nachwort dazu herausgegeben. Und in seiner 1914 veröffentlichten Novelle „Im Presselschen Gartenhaus“ porträtierte er den jungen Eduard Mörike in dessen Tübinger Zeit sehr beeindruckend.

Zitat der Woche

„Im Grunde ist jeder rechte Leser auch ein Bücherfreund. Denn wer ein Buch mit dem Herzen aufzunehmen und liebzuhaben weiß, will es auch zu eigen haben, wiederlesen, besitzen, immer in der Nähe erreichbar wissen.“

Aus Hermann Hesses Betrachtung „Bücherlesen“, 1908