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Preisvergabe 2021 an Bärbel Reetz

Bärbel Reetz
rüffer & rub

Bärbel Reetz geboren 1942, wohnhaft in Berlin, hat sich in ihrem Werk immer wieder mit wichtigen Persönlichkeiten der Kunst, Kultur und Literatur befasst. Besondere Verdienste hat sie sich in der Darstellung von Frauen erworben – herausragende Persönlichkeiten, die sie mithilfe ihrer Werke ans Licht holt, z.B. Sabina Spielrein, Emmy Ball-Hennings oder russische Emigrantinnen des 19. und 20. Jahrhunderts. Intensiv hat sie sich auch mit den drei Ehefrauen von Hermann Hesse befasst, Mia Bernoulli, Ruth Wenger und Ninon Dolbin-Ausländer.

Kennzeichnend für Bärbel Reetz ist die intensive Recherche. Diese umfasst nicht nur die umfassende Auswertung von Texten, Briefen und Tagebucheinträgen, sondern auch Bildmaterial wie Fotos und Zeichnungen sowie Besuche vor Ort. So entstehen facettenreiche Portraits der beschriebenen Persönlichkeiten, die uns gleichzeitig vertraut werden und dennoch ihre durch die zeitliche und kulturelle Distanz begründete Fremdheit behalten.

Sie hat mit ihren Arbeiten dem bis dahin bekannten Bild von Hermann Hesse neue Seiten hinzugefügt und es komplettiert. Die Darstellung Hesses als weiser Einsiedler und Eremit wurde von ihr durch dasjenige des Ehemannes und Familienvaters, der diese Rollen suchte und dabei doch gleichzeitig ablehnte, ergänzt. Dabei war ihr der ehrliche Umgang mit den gefundenen Erkenntnissen immer wichtiger als eine Fortschreibung der bekannten Charakterisierung des Dichters. Sie hat sich bei Hermann Hesse genauso wenig wie bei anderen Personen gescheut, diese in ihrer Widersprüchlichkeit darzustellen.

Neben literarischen Texten hat Bärbel Reetz neue Formate erarbeitet: In szenischen Lesungen, oft an besonderen Orten und mit musikalischer Begleitung, lässt sie Texte lebendig werden.

Bärbel Reetz und Michel Limberg
Foto: Jacqueline Geisel / SG-PR

Zitat der Woche

„Niemand träumt, was ihn nicht angeht.“

Aus Hermann Hesses Roman „Demian“, 1917