Der Preis der Internationalen Hermann Hesse Gesellschaft 2025 wird an Michael Kleeberg verliehen. Die Auszeichnung wird alle zwei Jahre an Personen verliehen, die sich – ob wissenschaftlich, journalistisch oder publizistisch – um das Werk von Hermann Hesse verdient gemacht oder sich im Geiste Hermann Hesses auf nationaler oder internationaler Ebene für den interkulturellen und interreligiösen Dialog eingesetzt haben.
Der 1959 in Stuttgart geborene Schriftsteller, Essayist und Übersetzer erfüllt in hervorragender Weise beide Kriterien. Kleeberg hat sich wie kaum ein anderer Autor der Gegenwartsliteratur immer wieder auch mit Hesses Werk direkt auseinandergesetzt und so die bleibende Bedeutung dieses Schriftstellers und Nobelpreisträgers für ein zeitgenössisches Publikum erschlossen. Er hat Klischees der Hesse-Rezeption widerlegt und in programmatischen Artikeln und Vorträgen insbesondere Hesses größtes Werk „Das Glasperlenspiel“ zu würdigen gewusst: als „ein Meisterwerk der Abstraktion“ und „als magisches Theater in der Psyche des Autors“.
Zudem zeugen vor allem sein Übersetzungswerk aus dem Amerikanischen (Dos Passos) und Französischen (Marcel Proust) von einem internationalen Horizont seiner literarischen Arbeiten ebenso sein Prosawerk, darunter vor allem die Romane „Das amerikanische Hospital“ (2010) und „Der Idiot des 21. Jahrhunderts. Ein Divan“ (2018). Kleeberg versteht es dabei, geschichtliche Tiefe und interkulturelles Wissen mit zeitaktuellem Problembewusstsein zu verbinden. Sein Werk steht damit in der geistigen Tradition eines Hermann Hesse und dessen großer Schrift von 1929 über „Eine Bibliothek der Weltliteratur“.


